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Normative Sicherheitsnachweise für geokunststoffbewehrte Böschungen und
Stützkonstruktionen
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. R. Floss, Technische
Universität München
Im Dezember 2000 erschien der Norm-Entwurf DIN 1054
„Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau.
Die Norm beinhaltet die Tragfähigkeit und die
Gebrauchstauglichkeit von Bauwerken und Bauteilen im Erd- und Grundbau. Sie
gilt für die Herstellung und Nutzung von Bauwerken sowie für die Änderung
bestehender Bauwerke. Sie definiert die vom Baugrund beeinflussten
Grenzzustände und enthält Grundsätze und Regeln für die zugehörigen
Nachweise.
Der vorliegende Norm-Entwurf entspricht den
Rahmenbedingungen für die Anwendung des Teilsicherheitskonzeptes nach den
derzeit vorliegenden Entwürfen für die harmonisierten europäischen Normen
prEN 1990 „Grundlagen der Tragwerksplanung“,
prEN 1997-1 Eurocode 7: „Entwurf, Berechnung und Bemessung
in der Geotechnik –
Teil 1: Allgemeine Regeln“.
Die neue Norm DIN 1054 soll bis zur
Einführung der harmonisierten europäischen Normen die bestehende Norm DIN
1054: 1976-11 ersetzen. Sie ist außerdem vorgesehen als Ersatz für die
Vornorm DIN V 1054-100 (1996-04).
Der Norm-Entwurf ist schließlich auch
Grundlage für die zur Zeit in Überarbeitung befindlichen Vornormen:
Grundbruch, Böschungs- und Geländebruch, Setzungen, Erddruck u. a. und soll
künftig Teil eines einheitlichen neuen deutschen Normenwerkes für den
konstruktiven Ingenieurbau werden.
Der in der Entwurfs- und Baupraxis tätige
Ingenieur sollte sich bei Zeiten mit den normativen und informativen Regeln
zur Bemessung von geotechnischen Bauwerken des Erd- und Grundbaues im
Grenzzustand der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit vertraut machen.
Der Beitrag dient diesem Ziel. Er soll Überblick geben, welche Regeln des
Norm-Entwurfs DIN 1054 die darin genannten geokunststoffbewehrten Erdkörper
und konstruktiven Böschungssicherungen betreffen und welche Konsequenzen sich
für die erforderliche Überarbeitung bzw. Ergänzung der „Empfehlungen für
Bewehrungen aus Geokunststoffen“ (EBGEO) ergeben. In diesem Kontext soll auch
der ebenfalls im Dezember 2000 abgeschlossene Entwurf des European Standard: Execution
of Special Geotechnical Works-Reinforced Fill (Dok. No. CEN / TC 288 / WG 9 /
N 69 E) mit einbezogen sein.
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Versuche im Boden mit gering dehnbaren Geogittern
G. Bräu, A. Bauer, Technische Universität München
Bei der Bewehrung von Böden mit Geokunststoffen ist der
Vergleich des Kraft-Verformungsverhaltens des Bodens und der Geokunststoffe
von großer Bedeutung. Da Böden meist nur geringe Verformungen erlauben,
sollten verschiedene Bewehrungsprodukte untersucht werden, die bereits bei
ähnlich kleinen Verformungen Kräfte aufnehmen können. Hierzu wurden neben
bewährten Produkten, deren Verhalten aus vielen ausgeführten Maßnahmen
bekannt ist, auch neu entwickelte, gelegte Geogitter verwendet, die aufgrund
des Zugversuches nach EN 10319 hohe Kraftaufnahmen bereits bei geringen
Dehnungen aufweisen.
In vergleichenden Versuchsreihen wurden Herausziehversuche
und großmaßstäbliche Belastungsversuche an einer zweilagigen
Miniaturpolsterwand (MSS) unter jeweils gleichen Randbedingungen für
verschiedene Geogitter und Vliesstoffe durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen
klare Unterschiede abhängig von der verwendeten Bodenart und dem Herstellart
des Geokunststoffes.
Insgesamt liegen die aufbringbaren Belastungen deutlich
über den für Standsicherheitsberechnungen anzusetzenden Werten. Dies wurde
auch bei Probebelastungen an bewehrten Steilböschung im Zuge eines
Autobahnausbaues festgestellt, wo sich auch bei großflächigen Belastungen
bis s =
800 kPa nur Verformungen von wenige Millimetern einstellten
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ZENTRIFUGENMODELLE UND MAßSTÄBLICHE MODELLE SOWIE DREI FALLSTUDIEN VON
GEOKUNSTSTOFFBEWEHRTEN STÜTZMAUERN IN DER TÜRKEI
E. Güler, Bogazici Universität, Istanbul
Die theoretische Arbeit, die auf Finite
Element Analyse basierte, zeigte an, daß das Verwenden vom bindigen-Boden,
der mit Kalk stabilisiert wird, erfolgreich verwendet werden kann. Um das
Verhalten besser zu verstehen wurden Zentrifugenmodelle hergestellt und
getestet. Um eine reale Erfahrung mit dieser Technik zu erwerben, wurde auch
ein Kunststoff bewehrte Größengleichstruktur gebaut, wo Kalk stabilisiertem
Ton als nachfüllmaterial gebraucht wurde. Diese Erfahrungen wurden gebraucht
um wirklichen Stützmauern zu bauen. Drei Kunststoff bewehrte segmentale
Stützmauern wurden bis jetzt in der Türkei konstruiert. Die Wand in Istanbul
ist an seinem maximalen Punkt 10 m hoch. Die zweite Wand wurde in Antalya
konstruiert und ist eine zweistufige Wand mit einer Gesamthöhe von 6 Meter.
Der Grund unter dieser Wand war ein sehr weicher Ton. Die dritte wand ist in
Bursa konstruiert, und hat eine maximale Höhe von 15 m. In all diesen Wänden
wurde als nachfüllmaterial bindige Böden gebraucht.
„Task Force 27“ (1990) sieht voraus, daß der
Nachfüllboden, der für bewehrte Strukturen benutzt wird, ein nichtbindiger
Boden sein muß. Jedoch in vielen Ländern sind solche Materialien selten und
sehr kostspielig. Barrett (1992) zeigte, daß die größte Wirtschaft erhalten
wird, indem man den örtlich vorhandenen Boden verwendet. Folglich kann es notwendig
sein, die Eigenschaften vom vorhandenen Boden zu verbessern, besonders wenn
bindiger Boden das einzige vorhandene Material ist. Die Technik des
Verbesserns eines schlechten Bodens, indem man Beimischungen hinzufügt, ist
ein leistungsfähiges Hilfsmittel. Kalk zum Beispiel, wenn es zum bindigen
Boden hinzugefügt wird, produziert erhebliche Verbesserungen in der
Scherfestigkeit und eine Abnahme an der Deformation. Mitchell (1981) und
Brandl (1981) überprüften, daß die Hinzufügung des Kalkes zum bindigen Boden
die Scherfestigkeit erhöht. Bulut (1986) hat Versuche für die Bestimmung der
mechanischen Eigenschaften der Kalk behandelte und unbehandelter Ton gemacht.
Er überprüfte, daß mit der Hinzufügung einer bestimmten Menge Kalkes zum
Lehm, eine bedeutende Zunahme der Endfestigkeit erzielt war. Iyidil (1988)
forschte die hydraulischen Eigenschaften des Lehms gemischt mit 2 bis 6 %
Kalk nach, indem er Permeabilität Tests laufen ließ. Er stellte fest, daß
Kalkausgleichung eine Zunahme der Permeabilität des unbehandelten Lehms
verursacht. Mitchell und Villet (1987) berichten, dass Lehm erfolgreich als
Nachfüllmaterial für viele Stützmauern verwendet werden kann. Güler (1990)
überprüft mittels der Finite Element Analyse, dass Kalk stabilisierte Bindige
Boden als Nachfüllmaterial für Kunststoff bewehrte Stützmauern erfolgreich
verwendet werden kann. Er zeigte auch, daß horizontale Deformation der Wand
dadurch erheblich verringert werden kann. Goodings (1989) gab an, daß
gegründet auf Zentrifugemodelltests, Kunststoff bewehrte Stützmauern die mit
bindigem Boden nachgefüllt sind erfolgreich konstruiert werden könne.
Billiard und Wu (1991) lud ein Kunststoff bewehrte Wand bis zum Ausfall. Sie
behaupten, daß die „US Forest Service“ Methode ein sehr konservatives Design
erbringt.
Dreizehn Zentrifugemodelle der Kunststoff
bewehrten Stützmauern wurden getestet. Bei diesen Modellen war Kalk
stabilisierter Ton als Nachfüllmaterial verwendet und diese Modelle wurden
bis zum Ausfall durch erhöhtes Selbst-Gewicht geprüft. Drei verschiedene
Längen von Bewehrung wurden untersucht. Die Hinzufügung des Kalkes
verbesserte im wesentlichen die Stabilität, selbst wenn die Geotextile nur
einer Hälfte der Wandhöhe gleich war. Zentrifugen Modelle bestätigte, dass
weitere Verbesserung in der Wandstabilität erzielt werden könnte, indem man
Kalk im Bindeboden verwendet (Güler und Goodings, 1992). Die
Prototypausfallhöhe konnte, durch das Behandeln des bindigen Bodens fast bis
zu dem verdoppelten Wert erhöht werden.
Gegründet auf diese Erfahrung wurde eine 6 m
hohe, Kunststoff bewehrte Experimentale Stützmauer konstruiert. Auch hier
wurde Kalk stabilisierter Ton als nachfüllmaterial benutzt. Als Bewehrung
wurde ein sehr dünner fließ gewählt. Die Bewehrung hatte eine Dehnfestigkeit
von 5,9 kN/m. Die „U.S. Federal Highway Administration“ Designmethode
(Christopher, et al., 1990) wurde für diese Kunststoff bewehrte Stützmauer
gebraucht. Die Designmethode wurde wegen seiner Popularität in der Praxis
gewählt. Der Faktor der Sicherheit wurde während der Entwurf als Einheit
gewählt damit die Wand einfach zum Kollaps gebracht werden konnte. Die Längen
der Bewehrungen aber wurden länger als ausreichende Ankerlängen gewählt,
damit ein nicht erwünschter Ausrutsch der Bewehrung nicht stattfindet.
Vertikaler und horizontaler Druck wurden mit Glötzl Druckzellen gemessen um
die Druckverteilung innerhalb der Wand festzustellen. Auch die Dehnungen der
Bewehrung wurden gemessen. Dann wurde die Wand überlastet um die Struktur zum
Ausfallzustand zu bringen oder die Wand mindestens weitgehend zu deformieren.
Jedoch war es nicht möglich, die Wand zusammenzubrechen. Auch der Versuch den
Wassergehalt der Kalk stabilisierten Tones zu erhöhen damit die
Scherfestigkeit vermindert wird war nicht erfolgreich, da die Kunststoffbewehrung
als Dränage arbeitet und das Wasser gleich entfernt. Diese Studie zeigt, daß
bindige Böden als Nachfüllmaterial für Kunststoff bewehrte Stützmauern
leistungsfähig benutzt werden können
Diese Erfahrungen wurden gebraucht um
wirklichen Stützmauern zu bauen. Drei Kunststoff bewehrte segmentale
Stützmauern wurden bis jetzt in der Türkei konstruiert. Die Wand in Istanbul
ist an seinem maximalen Punkt 10 m hoch und seine Bewehrung wurde mit
Dehnungsmessgeräten instrumentiert. Die zweite Wand wurde in Antalya
konstruiert und ist eine zweistufige Wand mit einer Gesamthöhe von 6 Meter.
Der Grund unter dieser Wand war ein sehr weicher Ton. Die dritte wand ist in
Gemlik konstruiert, und hat eine maximale Höhe von 15 m. In all diesen Wänden
wurde als nachfüllmaterial bindiges Boden gebraucht. Die Mauern in Istanbul
und Bursa befinden sich in der ersten Erdbebenzone und die in Antalya in der
zweiten Erdbebenzone.
Kunststoff bewehrte Stützwände haben eine
sehr gute Stabilität. Diese Wände können sich an verschiedene Hindernisse
sehr leicht adaptieren. Diese Wände kosten viel weniger als traditionelle
Stützmauern. Und Kunststoff bewehrte segmentale Stützwände sehen sehr
ästhetisch aus.
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Brückenwiderlager auf geokunststoffbewehrter Stützkonstruktion - Eine
Vision ?
H. Hansel, Geotechnisches Institut Prof. Dr. Magar +
Partner, Würzburg
M. Nimmesgern, Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt
Die Gründung von Widerlagern auf geokunststoffbewehrten
Stützkonstruktionen gehört in Deutschland bisher nicht zum Repertoiredes
anspruchsvollen Ingenieurbaues. Die Bemessungsmethoden zum Nachweis der
ausreichenden Sicherheit gegen Versagen sind bekannt, das
Verformungsverhalten kann jedoch bisher nur unzureichend vorhergesagt werden,
so dass der Nachweis der Gebrauchstauglichkeit kaum zu führen ist.
Im Maintal bei Würzburg soll eine Brücke über
eine Bahnlinie und eine Staatsstraße geführt werden. Im Untergrund stehen
verstürzte Gesteine des Mittleren Muschelkalk an, die einen sehr inhomogenen
Baugrund darstellen. Für die Gründung der Brückenwiderlager wurden aufgrund
der 13 m hohen großflächigen Dammschüttung eine steile geokunststoffbewehrte
Stützkonstruktion im Brückenbereich zur Vorkonsolidation vorgeschlagen, auf
der später die flachen Widerlager gegründet werden sollen.
Das Poster stellt die hohen Anforderungen an
den Erdbau solcher Stützkonstruktionen heraus und fordert eine umfangreiche
Qualitätssicherung mit messtechnischer Überwachung während und nach dem Bau,
um die Akzeptanz dieser Bauweise in Deutschland zu fördern.
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Das erste deutsche Straßenbrückenwiderlager als Permanentkonstruktion in
der Bauweise KBE - Kunststoffbewehrte Erde
Andreas Herold
Im Zuge des Ersatzneubaues einer Brücke über die Ilse im
Zuge der K 1355 wurde bei Ilsenburg im Jahre 2000 eine Einfeldbrücke
errichtet. Die Brücke besitzt eine Spannweite von ca. 21 m und sollte
ursprünglich auf Bohrpfählen fundiert werden. Im Rahmen einesNebenangebotes
wurde vorgeschlagen auf Bohrpfähle zu verzichten und das Bauwerk auf einen
geokunststoffbewehrte Erdkörper (KBE-Widerlager) aufzusetzen. Die
Frontverkleidung wurde mit Gabionenkörben als Vorsatzschale realisiert. Da
von solchen Konstruktionen keine oder nur dürftige Langzeiterfahrungen über
das Verformungsverhalten vorliegen, sind beide Widerlager instrumentiert
worden. Eingebaut wurden neben Setzungsmessbolzen, Inklinometer sowie eine
Erddruckmessdose. Die Messeinrichtungen dienen der Dauerüberwachung und sind
so konzipiert, dass eine messtechnische Beobachtung und Beurteilung über
einen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren möglich ist. Vor Übergabe des
Brückenbauwerkes sind Überfahrversuche ausgeführt worden. Die
Überfahrversuche erfolgten mit LKW, wobei zusätzlich zu den bestehenden Messeinrichtungen
Beschleunigungsaufnehmer appliziert wurden. Im Anschluss an die
messtechnische Erfassung der Überfahrversuche erfolgte eine Nachrechnung der
Widerlagerkonstruktion mit FEM, wobei sowohl eine Nachrechnung als
quasi-statisches Ersatzmodell, als auch eine Berechnung im dynamischen
Bereich erfolgte. Anhand der Beschleunigungsmessungen und Erddruckmessungen
konnten die Eingangsparameter für die Berechnung geeicht werden. Der
vorliegende Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung und Auswertung der
Messergebnisse die seit Baubeginn bis ca. ½ Jahr nach Inbetriebnahme des
Bauwerkes vorliegen. Zusätzlich werden Ergebnisse der Überfahrversuche
dargestellt. Aufgezeigt werden die Ergebnisse der FEM-Berechnung im
statischen und dynamischen Bereich. Die Verformungsmessungen, die
Überfahrversuche sowie die Nachrechnungen ergaben eine gute Übereinstimmung
und zeigen, dass die derzeitigen Berechnungsansätze, wie sie die gängigen
Regelwerke (EBGEO) bieten, als sicherer Ansatz anzusehen sind. Die Bauweise
selbst bietet, und dies wird abschließend anhand eines Kosten- und
Bauzeitvergleiches dargestellt, enorme Vorteile gegenüber konventionellen
Bauweisen.
In the course of replacing a bridge carrying the road K1355 over the
river Ilse, a single span bridge was erected near the town Ilsenburg. The
bridge has a main span of approximately 21.00 m. It was intended that the
bridge have a foundation of in-situ-concrete piles.A second offer suggested
not using the piles and instead basing the structure on geosynthetic reinforced
earth. The facing consists of gabions. Since there isno information
concerning the long term deformation behaviour of this sort of construction,
a selection of instruments was built into both abutments.The instrumentation
consists of deformation measurement points, inclinometers and earth pressure
sensors. The instrumentation was conceived for long term observation of the
spatial deformation. In addition to this, rolling tests with HGVs were
carried out. For these tests acceleration sensors were used. After the
information had been gathered a FEM model was applied and calibrated to fit
the measurement results. A dynamic and a quasi static model were used. The
following article deals with the evaluation of the measurement results, and
details the designing with the FEM.Designing and measurement results
correlate well, and show that the current designing approach, as found in the
EBGEO, offers a realistic method.The building method itself, as can be seen
at the end of the article in a comparison of construction time and cost, has
enormous advantages next to conventional building methods.
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PROJEKT AMSTERDAM A2/A9: GEOKUNSTSTOFFBEWEHRTE STÜTZKONSTRUKTION
ERMÖGLICHT KÜNSTLERISCHE LANDSCHAFTSGESTALTUNG
Dipl.-Ing. Hein Jas, Tensar International GmbH, Bonn,
Deutschland
Dipl.-Ing. E. Meisner, Ingenieurbüro Amsterdam,
Niederlande
Dipl.-Ing. Th. Huybregts, C.T.N. Civiele Techniek
Nederland B.V., Lochem, Niederlande
Das Projekt Amsterdam A2/A9 umfasst den Ausbau der
Kreuzung zweier Hauptautobahnen in den Nie-derlanden mit einer neuen
Anbindung. Als Teil des Projektes wurde hierbei ein Landschafts(kunst)projekt
entworfen. Dieses Landschaftsprojekt wurde auf sehr weichen Böden gebaut und
verwendete gleichzeitig weichen Boden, der beim Bau der Kreu-zung abgetragen
worden war. Hierdurch wurden eine kostenin-tensive Bodenbeseitigung und
Entsorgung vermieden. Bei die-sem Landschaftsprojekt wurden drei Dämme bis zu
einer Höhe von 12 Metern gebaut. Diese Hügel aus weichem Boden werden von
vier Spalten durchzogen. Die Spalten mit insgesamt 8 Steil-böschungen bis 65°
wurden mit einer Geokunststoffbewehrung entworfen. Der besondere Entwurf der
komplexen Bewehrungs-anordnung sowie die Untersuchung der globalen Standsicherheit
mit Bodenbewehrung werden beschrieben. Zudem werden An-nahmen zur Verformung
und zu Setzungen des weichen Dam-mes und Untergrundes gemacht und mit den
tatsächlichen Ver-formungen vor Ort verglichen. Die Bemessung und der Bau
dieses Landschaftskunstprojektes haben zu wichtigen Erkennt-nissen über die
Bewehrung mit und auf weichen Böden geführt.
ABSTRACT:The Amsterdam A2/A9 project is the exten-sion, with a new
connection, of an intersection between two ma-jor highways in the
Netherlands. As a part of the project, a land-scape art project has been
designed. This landscape project is constructed over very soft soils and uses
soft soils that came free during the construction of the intersection, thus
preventing costly removal and deposition. In the landscape project three
major embankments up to 12 m high have been constructed. These mounds of soft
soil are intersected by 4 clefts. These clefts, which total 8 steep slopes up
to 65 degrees, are designed incor-porating a geosynthetic reinforcing system.
The special design for the complex reinforcement layout, and global stability
analy-sis using base reinforcement is described. In addition, predic-tions of
deformation and settlements of the soft soil embankment and sub-soil are
given and compared with actual deformation on the site. The design and
construction of this landscape art project has resulted in valuable
experience in using reinforcement both with and on soft soils.
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Beitrag zur Außenhaut von begrünbaren geokunststoffbewehrten
Steilböschungen
DIPL.-ING. STEFFEN MÜLLER , GEPRO Ingenieurgesellschaft
für Geotechnik, Verkehrs- und Tiefbau und Umweltschutz mbH, Dresden
Bei der Herstellung von Bauwerken aus
Geokunststoffbewehrter Erde stößt die Auswahl der bewehrenden Geokunststoffe
auf ein breites und reges Interesse. Dazu im Gegensatz wird die Gestaltung
der Außenhaut eher stiefmütterlich behandelt. Dabei ist die Außenhaut das
einzige sichtbare Element des Baukörpers. Aus der Sicht eines Bauherren ist
sie neben der ohnehin voraus gesetzten Standsicherheit und
Gebrauchtauglichkeit sowie dem wirtschaftlichen Preis für Bauen und
Instandhalten das maßgebende Kriterium für seine Entscheidung für oder gegen
die Bauweise.
Zur Gestaltung der Außenhaut für begrünbare
geokunststoffbewehrte Steilböschungen sind eine Vielzahl unterschiedlicher
Systeme geschaffen worden. Diese können jedoch einer überschaubaren Anzahl an
Wirkprinzipien zugeordnet werden.
Das älteste und einfachste Wirkprinzip ist
sicherlich die „Wulstbauweise“, bei welcher der bewehrende Geokunststoff auf
der Böschungsoberfläche ausgelegt und in Höhe der nächsten Bewehrungslage in
den Füllboden zurückgeführt wird, so dass der Geokunststoffumschlag eine
halbkreisförmige Wulst (auch als Polster bezeichnet) bildet. Für den Einbau
und die Verdichtung des Füllbodens ist eine versetzbare Schalung
erforderlich. Zur Abdeckung des bewehrenden Geokunststoffes und zur Begrünung
werden häufig Krallmatten in Verbindung mit einer Anspritzbegrünung
eingesetzt.
Als eine nächste, die Wulstbauweise
modifizierende Qualitätsstufe kann man eine unter Verwendung des Systems
„FLEXOFLOR“ hergestellte Steilböschung ansehen. Bei ihr werden mit Substrat
(Mutterboden) gefüllte Säcke als verlorene Innenschalung für den
Wulstumschlag verwendet.
Weit verbreitet und gewissermaßen Stand der
Technik sind Systeme, bei denen als verlorene Schalung und zur Gewährleistung
einer ebenen Böschungsoberfläche Gitterelemente aus Stahldrähten verwendet
werden. Sie lassen sich in folgende Wirkprinzipien (Systemtypen) unterteilen:
I) Die Außenhautsicherung beschränkt sich auf
die Stahlgitter, einen Rieselschutz und die Begrünung. Der Vorfertigungsgrad
ist gering. Mutterboden und Füllboden sind nicht voneinander getrennt.
(Systeme „DELTA-GREEN“, „Ecomur“, „STEBO“, „TERRATREL“ und „TEXTOMUR“)
II) Die Außenhautsicherung besteht aus
Wulstumschlag des Geokunststoffes, Stahlgitter, Rieselschutz und Begrünung.
Der Vorfertigungsgrad ist gering. Mutterboden und Füllboden sind nicht
voneinander getrennt. (Systeme „Dresdener System“, „HAS-Tec-Drahtwand“,
„Hennigsdorfer System“, „TerraBloc“ und „TerraMur“)
III) Die Außenhautsicherung besteht aus
räumlich steifen Stahlkäfigen, Rieselschutz, Begrünung und Mutterboden sowie
ggf. Wulstumschlag des Geokunststoffes. Die Stahlkäfige werden mitsamt ihrer
Füllung aus Rieselschutz, Mutterboden und Begrünung im wesentlichen werkmäßig
vorgefertigt. Mutterboden und Füllboden sind voneinander getrennt. (Systeme „GEOGREEN“, „TerraBloc“)
Der Schweizer Ingenieur Felix Jaecklin hat die
Entwicklungsgeschichte der Systemtypen folgendermaßen auf den Punkt gebracht:
Die Wulstbauweise (englisch: wrap-around) ist die Bauweise
der 1970-er Jahre. Systeme aus abgewinkelten Drahtgittermatten (Systemtypen I
und II) sind die Bauweise der 1980-er Jahre. Systeme mit Drahtkäfigen
(Systemtyp III) sind schließlich die Bauweise der 1990-er Jahre.
In Fortführung dieser sicherlich stark
vereinfachenden Einschätzung von Herrn Dr. Jaecklin bin ich der Auffassung,
dass wir eine „Bauweise 2000“ brauchen, bei welcher der Vorfertigungsgrad und
die Variabilität noch größer sind und bei der auf die Verwendung von Metall
weitgehend verzichtet wird.
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STÜTZWAND MIT GABIONENVERKLEIDUNG IN RHEINLAND-PFALZ
T. Müller, Straßen- und Verkehrsamt, Speyer
T. Vogel, ISK Ingenieurgesellschaft, Kaiserslautern
O. Naciri, Tensar International, Bonn
Vom Straßen- und Verkehrsamt Speyer (Rheinland-Pfalz)
musste im Jahre 1999 die Kreisstraße 15 auf einem 170 m langen Abschnitt
gesichert werden, da die Gefahr eines talseitigen Abganges bestand.
Wegen der örtlichen Gegebenheiten
(Hangneigung von bis zu 1,5 : 1, sehr beengte Trassierung mit nur 3,5 m
Fahrbahnbreite) musste die Straße mit einem Stützbauwerk gesichert werden.
Aufgrund der untergeordneten Straßenklasse sollte dieses mit möglichst
geringem finanziellen Aufwand errichtet werden. Die Wahl fiel daher auf eine
Stützkonstruktion, die mittels Geogittern einen Erdkörper als „Bewehrte Erde“
ausbildet, wobei die Stirnflächen aus rückverankerten Drahtschotterkörben
gebildet werden. Hierdurch ist eine Neigung der Stirnfläche von 10 : 1 bei
einem in diesem Bereich geforderten naturnahen Ausbau möglich.
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Geogitterbewehrter Bahndamm – Ausgrabung nach 10-jähriger Beanspruchung
Prof.
Dr.-Ing. M. Nimmesgern, Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt
Prof.
Dr.-Ing. K Lieberenz, Hochschule für Technik und Wirtschaft (FH),
Dresden
Im Zuge der Erneuerung der Trassenführung im
Einfahrtsbereich des Hauptbahnhofes von Karlsruhe wurden 1989 zwei Brückenbauwerke
abgebrochen und durch eine Neukonstruktion ersetzt. Die Baumaßnahmen
erfolgten unter Aufrechthaltung des Bahnbetriebes, was für die Optimierung
der Zwischenbauzustände ein entscheidendes Kriterium bedeutete. Die Strecke
war damals mit vier Gleisen ausgestattet, von denen drei während der
Baumaßnahmen betriebsbereit bleiben mußten. Als alternativer
Zwischenbauzustand wurde eine geogitterbewehrte Stützkonstruktion mit fast 5
m Höhe und einer Vorderseitenneigung von 84° ausgeführt. Als Bodenmaterial
wurde ein in der Rheinebene natürlich vorhandener Kiessand mit einer Körnung
von 0 bis 32 mm verwendet (GW nach DIN 18196). Die Stützkonstruktion wurde
nach der Umschlagmethode ausgeführt, wobei in der Ansichtsfläche ein Vlies
als Erosionsschutz eingelegt wurde. Die Erstellung der Konstruktion erfolgte
mit Hilfe einer Schalung. Während der Erstellung der Konstruktion und nach
der Aufnahme des Bahnverkehres auf der Oberfläche wurden die Verformungen mit
Hilfe der Photogrammetrie überwacht. Die Messergebnisse wurden 1993
vorgestellt. Während der 1 ½-jährigen Nutzung der Stützkonstruktion mußte in
diesem Bereich der Gleiskörper nicht nachgestopft werden, obwohl die Strecke
mit Güter- und Personenzügen mit einer Geschwindigkeit bis zu 120 km/h
befahren wurde. Anschließend wurde die Konstruktion mit der Verbreiterung des
Dammkörpers und der Erweiterung auf insgesamt 6 Gleise überflüssig, verblieb
aber im Dammkörper.
Um
die Dauerhaftigkeit des eingesetzten Geogittertypes (TENSAR SR 110) unter den
extremen Bedingungen direkt unter dem Schotterkörper bewerten zu können,
wurden im Februar 2001 bei einer nächtlichen Gleissperrung drei
Geogitterbahnen unter dem Gleis ausgebaut und ihr Zustand untersucht.
Neben
der visuellen Beschreibung des Zustandes der Gitterbahnen wurden Zugversuche
zur Bewertung der derzeitigen mechanischen Eigenschaften ausgeführt.
Zusätzlich erfolgt eine Bewertung der Dauerhaftigkeit und eine Abschätzung
der Restlebenszeit mit Hilfe der von Dr. Schröder von der Bundesanstalt für
Materialprüfung in Berlin entwickelten Oxidationsmethode, über deren
Ergebnisse später berichtet wird.
Bei
der visuellen Untersuchung wurden entgegen den Erwartungen nur relativ
geringe Schädigungen festgestellt. In den nur geringfügig überdeckten
Bereichen war die gesamte Oberfläche des Geogitters angerauht, wobei in den
tieferliegenden Bereichen keine Oberflächenveränderungen feststellbar waren.
Vor allem in den hochbeanspruchten Bereichen wurden Risse festgestellt, die
bis auf wenige Ausnahmen im Knotenbereichverliefen. Diese Risse gingen
meistens durch das gesamte Material hindurch. Nur einzelne An- bzw.
Durchrisse wurden im Stegbereich festgestellt. Sämtliche Risse verliefen in
Hauptzugrichtung bzw. Fertigungsrichtung des Geogitters. Erste Ergebnisse der
Untersuchungen werden vorgestellt.
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Erfahrungen mit einer der ältesten geotextilbewehrten Stützwände in
Europa: Bauweise, Statik, Verhalten, Langzeitbeständigkeit
Risseeuw, Paul,
Velp, NL
Alexiew,
Dimiter, HUESKER Synthetic GmbH & Co.KG, Gescher
Die 1981 - 1982 gebaute Wand mit hochfestem
Polyestergewebe und lokalem Boden ist noch in sehr gutem Zustand, trotz der
de facto "nackten" Außenhaut. Berechnungen nach heutigen Verfahren
(Bishop & Janbu, DIN 4084) zeigen meist ähnliche Standsicherheiten wie
das vereinfachte Verfahren von 1981, falls realistische (und nicht sehr
konservative) Bemessungsfestigkeiten eingesetzt werden. Das beprobte Gewebe
zeigt praktisch keine Festigkeitsverluste, mit Ausnahme der "nackten
Fassade".
The earth retaining wall with high-strength polyester woven which was
constructed in 1981 - 1982 using local soil performs very well until now
despite the "naked" facing. Stability calculations according to
actual procedures today (Bishop & Janbu) result mostly in similar FOS as
the simplified procedure in 1981, if realistic not too conservative design
strengths are assumed. The woven tested has practically no decrease in
strength except the "naked" facing zone.
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Die Verwendung von PET Geogitter in Erdbewehrung, 10 Jahre Rückblick
Dipl.-Ing. François Viel, Firma REHAU AG
+ CO, Erlangen
Die Firma REHAU hat in den früheren Jahren 1990 ein PET
Geogitter Programm für die Erdbewehrung entwickelt. Für die Bemessung und die
Dimensionierung von Böschungsbewehrungen wurde von dem Grundbauinstitut der
LGA, einen Polsterwand des Maßstabes 1/1 hergestellt sowie eine Software für
die Dimensionierung nach der Blockheitmethode entwickelt. Für die
Tragschichtverbesserung wurde ein Untersuchungsprogramm im Labor der FH
Dresden aufgebaut, um den Einsatz von Geogittern zu simulieren.
In der Zwischenzeit sind zahlreiche Projekte in der ganzen
Welt durchgeführt worden unter anderem für:
-
Böschungsbau
-
Stützwandkonstruktion
-
Böschungssanierung
-
Tragfähigkeitverbesserung
-
Lärmschutzwälle
-
Erstellung von Trockenmauern
Das Papier soll für jeden einzelnen Bereich
ein repräsentatives Objekt beschreiben und vorstellen und die Projekte bis zu
10 Jahren nach in ihrem jetzigen Zustand zeigen. Die Erfahrungen der letzten
10 Jahren werden zusammengestellt und vorgetragen.
Abstract
REHAU has developped in the early 90ies a range of PET-geogrids for
the use in reinforced earth. During the last 10 years a lot of projects have
been designed and built concerning
-
reinforced
steepslopes
-
slope
reinstatement
-
subbase
reinforcement
-
retaining
walls
-
noise
protection walls and
-
dry
stone walls
This paper shows relevant projects realised by REHAU during the last
decade describing the kind of construction and the most important data
concerning the project (geometry, soil, geogrids etc). These projects are:
-
Leuchtenberg-a
dry stone wall (1993)
-
Stauferberg-a
reinforced slope (1995)
-
Heroldsberg-a
slope reinstatement (1995)
-
Heroldsberg-
a subbase reinforcement (1995)
-
Remscheid-a
noise protection wall (1997)
-
Berlin-Oberhavel-a
reinforced steepslope (2000)
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